Schreiben an den Ministerpräsidenten Bodo Ramelow

BLV ž Linderbacher Weg 30 ž 99099 Erfurt

 

Thüringer Staatskanzlei

Herr Ministerpräsident Bodo Ramelow

Postfach 90 02 53

 

99105 Erfurt

 

2021-01-20

21/036

 

Schulöffnungen im Januar

 

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

 

der Grund meines Schreibens an Sie ist eine in einem Interview mit Herrn Hollitzer getätigte Aussage, welche in den Thüringer Tageszeitungen der FUNKE - Mediengruppe am 16.01.2021 veröffentlicht wurde.

 

Hier antworteten Sie auf die Frage, Zitat: „Sollte die Wirtschaft wirklich runtergefahren werden, müssen dann auch die Schulen komplett schließen? Auch dort treffen sich Kollegen zur Pause.“, mit Zitat: „Wir haben Sie ja im Moment schon fast gegen Null gefahren und erleben gerade die nächste Unvernunft. Obwohl wir die Testung für die Abschlussklassen dringend anempfohlen haben, haben einzelne Schulleiter für sich entschieden, ohne Test Präsenzunterricht zuzulassen. . .“

 

Der Verband der Lehrerinnen und Lehrer an berufsbildenden Schulen in Thüringen (BLV) widerspricht entschieden dieser Aussage! Grundlage des Handelns der Schulleiter(innen) war ein Schreiben Ihres Ministers für Bildung, Jugend und Sport, Herr Helmut Holter, vom 07.01.2021. In diesem Schreiben wird ausdrücklich im Punkt „Unterricht im Januar 2021“ formuliert, Zitat: „Ausgenommen von der Schulschließung sind nur die Schülerinnen und Schüler aus Klassen/Kursen, die im laufenden Schuljahr eine Abschlussprüfung ablegen….Die Schülerinnen und Schüler haben an den angebotenen Präsenzunterricht zur Prüfungsvorbereitung unter Einhaltung der Hygienevorschriften teilzunehmen.“ Es wird im weiteren Verlauf dieses Schreibens lediglich auf eine derzeit laufende Abstimmung mit der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringens zum Anmeldeverfahren für freiwillige Corona Antigen – Tests, welche den Schülerinnen und Schülern dieser Abschlussklassen angeboten werden sollen, verwiesen.

 

Ich sehe diese Weisung Ihres Ministers als unmissverständlich an die Schulleiter(innen) gerichtet, am 11.01.2021 für besagten Personenkreis auf alle Fälle die Schulen zu öffnen. Abgesehen von der Problematik, dass durch die vielen Schulformen mit ihren verschiedensten Bildungsgängen, sich an großen berufsbildenden Schulen in diesen Wochen bereits wieder bis ca. 100 Schülerinnen und Schüler aufhalten können, was von den Mitarbeitern(innen) im TMBJS scheinbar nicht erkannt wurde, konnten die Schulleiter(innen) gar nicht anders handeln. Dieses Handeln in der Öffentlichkeit als Unvernunft dieser darzustellen und ihnen den „schwarzen Peter“ zuzuschieben, missbilligt der BLV entschieden. Gerade in den vergangenen Monaten leisteten die Mitglieder der Schulleitungen sowie Lehrer und Lehrerinnen dieser Schulart einen enormen Aufwand zur Organisation des Unterrichtes mit dem Ziel, auch unter den Bedingungen der Pandemie, der Wirtschaft, den sozialen Einrichtungen und dem öffentlichen Dienst ein zuverlässiger Partner in der Ausbildung des Fachkräftenachwuchses für unseren Freistaat zu sein.

 

Mit freundlichem Gruß

Mario Köhler

Vorsitzender

 

 

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